"Stelle dir selbst – und nur dir selbst – eine einzige Frage:
Hat dieser Weg ein Herz ?
Wenn ja, ist es ein guter Weg.
Wenn nein, ist er nutzlos."Carlos Castaneda

Wir haben es nicht mehr nötig, andere für unsere Licht- und Schattenseiten verantwortlich zu machen. Gott veranstaltete ein großes Fest und rief alle Engel zu sich. Es war ein herrliches Fest. Da rief er seinen Lieblingsengel zu sich: "Du hast mir so viel Freunde gemacht. Ich erfülle dir einen Wunsch. Was möchtest du?" Der Engel überlegte eine Weile und antwortete: "Lass mich die Menschen, die zu dir wollen in Versuchung führen!" "Gute Idee", sagte Gott und mit einem Handschlag wurde der Deal geschlossen. Und fortan gab es den, den wir heute Teufel nennen. (Eine Sufi-Geschichte, erzählte mir ein Freund)

DIE INSEL In einem großen Ozean, weit, weit weg, lagen viele Inseln. Sie waren sehr unterschiedlich: Eine Insel war sehr groß, auf ihr wuchsen viele bunte Blumen und Palmen, eine andere Insel war sehr klein und hatte einen langen weißen Strand. Eine weitere Insel war sehr schroff und rau mit Steinen und Geröll, eine andere war sehr öde und leer und bestand nur aus Steppe und Sand.Manche Inseln waren miteinander befreundet, tauschten sich aus, ließen Pflanzen und Tiere gedeihen und freuten sich über ihr schönes Leben. Andere Inseln waren zornig und neidisch, gönnten den anderen Inseln ihren Reichtum und ihre Schönheit nicht und waren sehr darauf bedacht, das wenige, das sie besaßen, für sich selbst zu behalten.

Und es gab unsere kleine Insel: Fröhlich, neugierig und unbedarft, zu allen freundlich und immer noch im Wachstum. Ja, das wusstet ihr sicher noch nicht: Auch Inseln können wachsen! Unsere kleine Insel sah schon lange, wie die anderen Inseln sich stritten oder prahlten und sich immer mehr voneinander abgrenzten. Das machte sie sehr traurig. Und weil sie so traurig war, beugte sie ihren Kopf und schaute hinunter ins Meer. Das hatte vor ihr noch nie jemand getan. Als sie eine Weile so geschaut hatte, bemerkte sie etwas Eigenartiges: Je weiter sie auf dem Meeresgrund entlang schaute, desto mehr sah sie, dass all die verschiedenen Inseln ja eigentlich miteinander verbunden waren. Sie hatten alle den gleichen Grund und Boden. Nur weil das Meer zwischen ihnen lag und darum nur ein kleiner Teil von ihnen an der Oberfläche sichtbar war, glaubten sie, dass sie voneinander getrennt waren. Aber in Wirklichkeit stimmte das ja gar nicht! Die kleine Insel hob freudig ihren Kopf und wollte diese wunderbare Neuigkeit allen anderen Inseln mitteilen. Aber viele reagierten abweisend und sagten, dass das ja wohl nicht sein kann und die kleine Insel sei wohl verrückt geworden. Nur ein paar bescheidene und stille Inseln dachten darüber nach und plötzlich fing die eine oder andere Insel an, selbst auf den Grund zu schauen. Und ja – die kleine Insel hatte recht! Sie waren tatsächlich in der Tiefe alle miteinander verbunden!

Von nun an erzählten alle Inseln, die den Blick in die Tiefe gewagt hatten und es selbst erlebt hatten, von der neuen Wahrheit. Sie begannen mehr und mehr, alles miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Denn nun wussten sie ja: Was sie für den einen tun, tun sie im Grunde zum Wohle aller.

Stille

Eines Tages kamen einige Wanderer zu einem Mönch, der in einer Einsiedelei auf einem Berg wohnte. Sie fragten ihn: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben in der Stille?“

Der Mönch war mit dem Schöpfen von Wasser aus einem tiefen Brunnen beschäftigt. Er sprach zu seinen Besuchern: „Schaut in den Brunnen. Was seht ihr?“

Die Leute blickten in den tiefen Brunnen: „Wir sehen nichts!“

Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch die Leute erneut auf: „Schaut in den Brunnen! Was seht ihr jetzt?“

Die Leute blickten wieder hinunter: „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“

Der Mönch sprach: „Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht sich selber! Und nun wartet noch einen Augenblick.“

Nach einer Weile sagte der Mönch erneut: „Schaut jetzt in den Brunnen. Was seht ihr?“ Die Menschen schauten hinunter: „Nun sehen wir die Steine auf dem Grund des Brunnens.“

Da erklärte der Mönch: „Das ist die Erfahrung der Stille. Wenn man lange genug wartet, sieht man den Grund aller Dinge.“

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Nicht müde werden, sondern dem Wunder

zart wie ein Vögelchen die Hand hinhalten.

Hast du Geduld zu warten bis deine Emotionen / Stimmungen

sich gelegt haben und bis das Wasser klar ist?

Kannst du unbeweglich blieben bis die richtige Handlung

in dir hochsteigt ganz von selbst. Lao Tzu

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Heilsamer Text für Männer und Frauen auf dem Weg der Selbstverwirklichung:

Von einer Frau an ihre Schwestern, die Frauen
Liebe Frauen,
von Frau zu Frau möchte ich euch heute etwas sagen. Ich bin eine von euch. Ich bin eine von uns. Und doch habe ich das so lange ignoriert und nicht gewertschätzt. Ich bin als Mädchen auf diese Welt gekommen. Und von Anfang an wollte ich eigentlich lieber ein Junge sein. Ich habe mir Hosen angezogen. Ich wollte stark und autark sein. Ich habe rebelliert und war zornig. Ich war schüchtern und introvertiert, und dafür habe ich mich gehasst. Beim Karneval habe ich mich als Zauberer und Cowboy verkleidet. Meine Hobbies waren Ballsportarten, und Turnen und Tanzen fand ich albern und "weibisch". Ich mochte kein Mädchengekicher, aber ich kam gut zurecht mit klaren Ansagen. Ich habe wenige Freundinnen gehabt, und immer viele Freunde. Ich wollte alles alleine schaffen... und habe mich so oft allein gefühlt. Ich habe mich groß gemacht... und mich danach gesehnt, mich anzulehnen. Mit meiner Stärke wollte ich beweisen, dass man als Frau der bessere Mann sein kann. Frau-Sein erschien mir schwach... und schwach wollte ich nicht sein. Also ignorierte ich meine weibliche Seite, verleugnete meine Natur und kämpfte mich durchs Leben. Ich habe die Gesellschaft der Männer der euren vorgezogen, weil ihr mich an mich erinnert habt und an das, was ich nicht sein wollte. Wenn ich euch begegnet bin, blickte ich in einen Spiegel, und das machte mir Angst... Ich weiß, ich bin damit nicht allein. Ich weiß, dass viele von euch ähnliche Wege gegangen sind. Wir hatten uns von uns selbst entfernt. Wir hatten uns voneinander entfernt. Wir hatten uns von unserer Natur entfernt. Ich denke, nun ist es Zeit, uns wiederzufinden. Uns zusammenzufinden. Uns auszutauschen. Uns aufeinander einzuschwingen. Es ist Zeit, gemeinsam das zu leben, was wir wirklich sind. Ich habe mich neu entschieden: für meinen Weg als Frau in all meiner Weiblichkeit, in Balance von allem, was ich bin.
Liebe Frauen, heute kann ich mich selber lieben:
mich UND mein Frau-Sein. Und dadurch kann ich auch euch lieben: euch UND euer Frau-Sein. Ich freue mich auf euch. Ich freue mich auf uns. Danke, dass ihr immer wie Schwestern an meiner Seite wart.
Eileen, 20.8.2014

Von einer Frau an die Männer
Liebe Männer,
Ich danke euch dafür, dass ihr mir Liebe geschenkt habt, denn so habe ich mein Herz geöffnet. Und ich vergebe mir, dass ich euch gebraucht habe, um meine Weiblichkeit spüren zu können. Ich vergebe mir, dass ich euch kleingemacht habe, um mich als Frau größer zu fühlen. Ich vergebe mir, dass ich mir Hingabe versagt habe, um die Kontrolle nicht zu verlieren. Ich vergebe mir, dass ihr mir die Liebe geben solltet, die ich mir selbst nicht schenken konnte. Ich vergebe mir, dass ich mein Herz verschlossen habe aus Angst vor Verletzlichkeit. Ich vergebe mir, dass ich mich in euch verloren habe, als ich auf der Suche war nach mir. Ich vergebe mir, dass ich euch manipulieren wollte, um meine Schwäche nicht zeigen zu müssen. Ich vergebe mir, dass ich euch verändern wollte, um von mir selber abzulenken. Ich vergebe mir, dass ich hart war, wenn ich eigentlich viel lieber weich sein wollte. Ich vergebe mir, dass ich mir „eure Hosen angezogen habe“, um zu beweisen, dass ich der bessere Mann bin. Ich vergebe mir, dass ich in euch nach all dem gesucht habe, was ich in mir nicht finden konnte. Ich vergebe mir, dass ich mich stark gemacht und über euch erhoben habe, obwohl ich mich danach gesehnt habe, mich anzulehnen. Ich vergebe mir, dass ich eure Stärken mit Schwäche verwechselt habe. Ich vergebe mir, dass ich einen männlichen Weg gegangen bin und euch der Möglichkeit beraubt habe, wirklich Mann zu sein. Ich vergebe mir, dass ich mich geweigert habe, meine weibliche Rolle auszufüllen und an eurer Seite Frau zu sein. Ich vergebe mir, dass ich mich nicht wirklich einlassen konnte auf euch als Mann.
Liebe Männer, ich habe mich neu entschieden, mein Leben als Frau zu leben, in meiner ganzen Weiblichkeit, als Gegenstück und Ergänzung zu euch als Mann. Heute verneige ich mich vor euch, vor jedem Einzelnen von euch, vor eurer Männlichkeit, eurer Kraft, eurer Ausstrahlung, eurer Art zu leben, vor eurem Sein. Ihr seid wunderbar. Und ich danke euch. Lasst uns gemeinsam die sein, die wir wirklich sind.

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